Splitterwelt

streifzüge durch das dies und das

“Unsere Erde” - eine Doku oder was?

Da geh ich also endlich mal wieder ins Kino. Nachdem mir in den letzten Monaten immer wieder spannende Kinoereignisse wie “3:10 to Yuma” oder “Elizabeth: The Golden Age” aus Zeit- und Begleitermangel durch die Lappen gegangen sind, freu ich mich total dass ich endlich die zwei meiner Freunde gefunden habe, die sich auch noch gerne und freiwillig den Dokumentarfilm “Unsere Erde” angucken wollen. Als großeTier und Naturdoku-Liebhaberin, die schließlich mit Filmen wie “Die lustige Welt der Tiere” aufgewachsen ist, hab ich mich gefreut endlich mal wieder etwas tolles, eindrucksvolles, und - darum mag ich Dokumentationen ja so gerne - nebenbei auch noch lehrreiches zu sehen.
Leider weit gefehlt :(

Außer - zugegebener Maßen - wirklich beeindruckenden Landschaftsaufnahmen, und vermutlich noch nie (und sicherlich auch nie wieder) gefilmten Bildern einer höchst seltenen sibirischen Leopardenart, bietet der Film eigentlich nur herzergreifende Tierfamiliengeschichten, die aber durch praktisch keine Informationen über die Tiere ergänzt werden. Was fressen Eisbären eigentlich normalerweise? Warum genau wandern die Elefanten durch die staubige Wüste, und werden sie dabei von irgendwem angeführt? Gibt es sonst noch irgendwas, was man über putzige Pinguine wissen sollte, außer dass sie, wenn sie es eilig haben, auf dem Bauch herumrutschen?
Natürlich wird man anspruchsvoller, wenn man schon mehr als einen Dokufilm über Elefanten gesehen hat. Aber das Kino war gerappelt voll mit Kindern, die laut “KNUT!” schrien, als der erste kleine Eisbär auftauchte… - aber deren Informationsgewinn über alle anderen gezeigten Tierarten am Ende sicherlich gleich null war.
Ein Löwenrudel aus 30 Tieren, die nachts am Wasserloch einen ausgewachsenen Elefanten schlagen, das ist wirklich beeindruckend. Verwirrend nur, dass man uns vorher sagt sowas täten die eigentlich nicht. Aber im nächsten Satz sind sie dann doch “Profis” bei der Elefantenjagd… Im Nachhinein hat mir ein Freund erklärt, es gäbe in Afrika wohl dieses eine Rudel Löwen, die eingespielt in großer Zahl erwachsene Elefanten erlegen. Das hörten die Filmemacher, und fuhren deswegen da hin. Schade nur dass man das im Film nicht mitbekommt, und nun denkt, wenn bloß genügend Löwen mit ausreichendem Hunger zusammenkommen, dann essen die eben auch große Elefanten. Naja.

Fazit: Die Landschaftsaufnahmen sind toll, und wirken auf einem Fernsehschirm natürlich nicht annähernd so beeindruckend wie auf Kinoleinwand. Leider ist das so ziemlich das einzig gute, was mir zu “Unsere Erde” einfällt. Ein echter Nachmittagsvorstellungen/Kinotags-Film also, und wer sich für harte Fakten und Informatives interessiert, der sollte besser wieder zu Altbekanntem greifen. “Die Götter müssen verrückt sein” wäre da zum Beispiel auch noch eine richtig gute Alternative…

1 Kommentar »

  Susanne wrote @ 29 Februar, 2008 at 2:35 Uhr nachmittags

fein, dann kann ich mir den film dann ja auch sparen ^^
man muss halt bedenken: nein, dieser film hatte nicht als anliegen die menschen zu bilden, sondern die menschen in die kinos zu locken.
und immerhin erkennen kleine kinder nun eisbären wieder, auch wenn sie nun denken, dass alle kleinen eisbären knut oder flocke heißen… *drop*

Dein Beitrag

HTML-Tags:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>